barcamp nürnberg review

natürlich war ich auf einiges an gegenwind und scharfer diskussion in richtung „microsoft und barcamp – wie geht das zusammen?“ gefaßt. ohne jetzt viel über die entstehungsgeschichte des barcamps als „un-conference“ zum themenfeld „web 2.0“ im detail bescheid zu wissen, so sind die dort besprochenen themen unabhängig dem zutun von microsoft zu dieser entwicklung auf jeden fall interessant.

es begann nämlich eigentlich schon bei der vorstellungsrunde, als sich mein vorredner u.a. mit dem satz „…. wir versuchen möglichst viele von vista wegzubekommen…“ eine klare ansage machte, und ich gut drauf paßte mit „ja, ich komme aus wien, arbeite bei microsoft“, das sorgte zumindest für den ersten lacher, und bereitete mich zugleich auf die zu erwartenden diskussionen vor.

inteessant war auch der fakt, daß hier absolut niemand mit jemandem von microsoft gerechnet hat (ein herzliches hallo an meine über 1000 kollegen in unterschleißheim an dieser stelle – wo wart ihr?).

ich sah das thema web 2.0 bis jetzt eigentlich überhaupt nicht als eine open source initiative an, oder ich hab es nicht unbedingt als ein open source ding wahrgenommen, was sich sicherlich etwas durch besuch der veranstaltung verändert hat. die definition in meinem kopf war bis jetzt eher technisch behaftet (zB ajax und java script at the max).

weder die anzahl der macs, noch die teilweise flache microsoft kritik haben mich überrascht. die microsoft technologien in diesem bereich (die ganze visual studio express reihe, die expression produkte, .net framework 3.0 etc.) wurden in keiner einzigen session beleuchtet. ich selbst bin leider schon zu weit weg aus der developer welt um hier eine session zu halten. mit meiner session zu windows live services habe ich versucht zu zeigen daß microsoft auch diese bereiche der software services versucht vorzustoßen, wobei mir natürlich klar war daß ich damit keine standing ovations provoziere. letztendlich war es mir aber wichtig zu hören was die barcamper für ein feedback liefern, sind sie doch die multiplikatoren für mini-services wie diese und sollten die teile wenigstens kennen.

und das feedback war wie erwartet hart, ehrlich. der grundtenor war „alles ganz nett, aber es fehlt einfach ein key feature, das andere dienstleister wie del.icio.us oder netvibes nicht haben, um mich dazu zu kriegen es auch zu verwenden„. verständlich, verwende ich selbst zB für bookmarking lieber delicious, und einmal begonnen ist man auch schwer von einem dienst wegzukriegen, wenn dort später vielleicht auch die features gar nicht mehr aktuell sind, dann geht es eher um den fakt dass es einen erheblichen aufwand bedeutet die bookmarks von delicious wegzuziehen und auf live favorites wieder hochzuladen.

dass es dann doch nicht so düster um microsoft steht hat das interesse an vista und office gezeigt, das lob für live writer oder auch die 2 teilnehmer mit den tablet pc’s (und eine präsentation mit einem tablet rockt definitiv)!

verwirrt hat mich auch eine session zum thema „web 2.0 führerschein“ – ich hab sie nicht besucht, aber die kurzidee dafür wurde vorstellt mit: „alle tools die jemand kennen muss um sich über web 2.0 unterhalten zu können / oder um wissen zu können was es ist“. ich denke genau das soll es nicht sein, etwas kennen zu müssen um mitreden zu können. wenns technisch wird, ja klar. aber web 2.0 heißt für mich auf kommunikationsebene: sag deine meinung wann immer und wo du willst, und vor allem, stehe dazu!

alles in allem waren es 2 aufregende tage und ich konnte superinteressante leute kennenlernen. vieles gelernt und energie getankt und massig ideen für den job nachhause gebracht. ich bin auf jeden fall bei einem der nächsten barcamp’s wieder dabei.

alles zum barcamp nürnberg läuft zusammen am barcamp wiki und massig fotos gibts in der zugehörigen flickr group

3 Gedanken zu „barcamp nürnberg review“

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