reisebericht singapur: mall-monokultur und viele hohe türme…

über singapur wissen viele nur dass es zahlreiche verbote und hohe strafen für allerlei dinge gibt. im flugzeug wird einem für die einreise ein kleiner flyer überreicht, der einen mit den wichtigsten verboten und grundlagen vertraut macht, bspw. “death for drug trafficking” oder “chewing gums not allowed”.

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blick auf die türme von chinatown aus

vier tage lang konnte ich mir jetzt singapur auf der durchreise ansehen. bereits während der fahrt mit der metro in die stadt wird einem deutlich dass es in singapur eine menge regeln und wenig raum für fehltritte gibt. zahlreiche hinweisschilder in unterführungen, auf rolltreppen und in der metro selbst. das penetrante “mind the gap” bei jeder station gibts auch, obwohl dass gap mit einer breite von 5cm selbst für kleinkinder kein problem werden kann. selbstmord durch vor den zug springen ist auch nicht möglich: die bahngleise sind durch eine glaswand vom bahnsteig geschützt, und schiebetüren öffnen sich nur wenn der zug eingefahren ist.

die zentralen metro stationen sind mehr oder weniger alle über malls (oder minimalls) verbunden. diese malls sind stark nach amerikanischem prinzip aufgebaut: unter- oder erdgeschoss der food court, die stockwerke darüber die stores. dabei ist in singapur alles vertreten was so im allgemenen bekannt ist, vor allem jede amerikanische und europäische kette. die malls unterscheiden sich also nur durch mehr oder weniger luxuriöse geschäfte (eine für betuchte mit prada, gucci, louis vuitton, andere mit nike, adidas, zara, bershka, pull & bear, h&m, aeropostale,…) – und alle malls sind auf 19° klimatisiert.

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food court der marina bay sands mall mit ice skating inklusive…

zwischen all den malls ist es ganz schön schwierig etwas authentic zu finden, man hat schnell den eindruck dass sich die singapurer kultur in viel essen und shoppen zeigt. die malls sind von hochhäusern flankiert, und erstmal ist das auch recht eindrucksvoll und es wird gestaunt. die türme selbst sind eine sehenswürdigkeit, und für den perfekten blick auf diese architektonische superlative wurde der singapure flyer (“das größte riesenrad der welt”, zugang über einen foodcourt und stores) errichtet. ebenfalls eine meisterleistung der übertriebenen stadtplanung ist sentosa island. diese künstlich angelegte spassinsel ist über eine seilbahn (doppelmayr) erreichbar. auf der insel selbst findet sich der city am nächsten gelegene strand (aufgeschüttet, mit blick auf containerschiffe) – zwischen verschiedenen attraktionen wie universal studios, windkanalflug, theater, einer art grusel kabinett und kletterpark… dazwischen wieder: starbucks, mcdonalds, KFC, hotels/ressorts,…

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blick von der seilbahn über sentosa island

ein etwas anderes singapur lässt sich in little india und chinatown erleben. das geschäftige, eng gebaute little india hat mich an meinen indientrip in 2008 erinnert, wenn auch etwas weniger schmutzig und laut (wem little india in singapur zuviel ist der sollte erst gar nicht nach delhi oder mumbai fliegen). dort gibt es ein paar sehenswerte hindu und buddha tempel zu besuchen. auch hier ist eines der highlights  eine mall (mustafa center, open 24hrs)  mit allerlei krimskrams für haushalt, viel schmuck und elektronikzeug.

das saubere chinatown näher an der city gelegen ist mit seinen vielen bunten häusern (“entenhausen”) im kolonialstil sehenswert. neben 2-3 tempel finden sich hier nette cafes (inkl. hipster expat apple macbook zone) und ein riesiger markt, auf welchem ein stand wie der andere aussieht, auch jede menge gefälschte (uhren) oder nachgemachte markenware wird angeboten.

die singapurer selbst: immer nett und freundlich. kein hauch von agressivität oder unwohlsein auch bei nächtlichen streifzügen. obwohl der vielen verbote und regeln ist polizeitpräsenz nie zu sehen – oder nur virtuell – die ganze stadt ist videoüberwacht.

alles in allem war es nett singapur gesehen zu haben (2 tage reichen), wer aber nicht gerne stundenlang durch malls läuft oder geld für künstlich geschaffene sehenswürdigkeiten ausgibt wird keine freude haben. viel kommerz und kitsch perfekt assembliert – wenig kreatives – das kommt bei ~50 jahren gelenkter demokratie (oder polizeistaat), die viel geld hat, heraus. die zeit wird zeigen ob dieses experiment gut geht.

singapur photos slideshow

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