Monatsarchiv: Februar 2012

pinterest von heuschrecken überfallen

gut, ich hab auch mitgemacht beim pinterest hype. dieser hype hat sich wohl vor allem unter online marketern und social media managern abgespielt die so sehr gehofft haben dass sie endlich was anderes machen können als facebook pages administrieren.

  1. hab mich angemeldet
  2. ein board erstellt und mal gepint
  3. mich ausgeloggt
  4. seitdem krieg ich täglich 1-2 follower requests, von: online marketern und social media managern

bleibt zu hoffen dass die echten user nicht ganz abgeschreckt werden und pinterest nicht seine tatsächlichen user auch verliert, dass wäre schade. gut dass sich jetzt alle um das upgrade der facebook pages kümmern müssen…

press pause play – must see für digital heads

press pause play ist eine dokumentation über die veränderung des kreativen schaffungsprozesses verursacht durch neue technologie. egal ob film, musik oder geschriebenes, durch die verfügbarkeit günstiger hardware und immer besserer anwendungen ist es unheimlich einfach geworden selbst zu produzieren. zu lasten der qualität des kunsthandwerks oder zum wohle aller?

in der 80minuten doku kommen kritiker und freunde dieser revolution zu wort: seth godin (tribes), david weinberger (cluetrain manifesto), sean parker (napster) und moby(…) um nur die bekannteren zu nennen. für kreative, marketer, nerds, geeks, künstler, oder eigentlich jedem der sich für die veränderung im digitalen zeitalter interessiert sehr empfehlenswert.

dass ganze ist gut umgesetzt, inspiriert und lässt dich mit dem gefühl zurück: ich muss jetzt was tun! :)

erster besuch in der grellen forelle

vorige woche samstag (11.2.) wars endlich soweit und wir konnten in einer kleinen gruppe den schon länger anstehenden erstbesuch in der forelle in angriff nehmen.

die location: nach betreten des clubs kommt mal der ticketschalter, weiter zur garderobe. dann durch die nächste tür in den club auf den kleineren kitchen floor, und ohne abtrennung auf den großen floor. dass ganze ist schlauchartig angelegt, also es gibt nur vorwärts oder rückwärts im club. aber eng sollte es nicht so schnell werden, denn groß genug angelegt ist das allemal.

sofort aufgefallen ist mir der klare druckvolle sound am main floor, bei der anlage wurde sicher nicht gespart. die größe der forelle ist schon beeindruckend, könnte aber auch ein problem sein. ich denke 400-500 leute haben allein am mainfloor platz. wien ist wohl zu klein für einen weiteren club der auf die zielgruppe der techno/house/elektornika jünger los geht, und vielleicht innerhalb dieser fraktion auch noch aussortieren will.

die no photo policy ist wie zu erwarten auch mehr werbeschmäh als gelebte realität. ich hab aber auch nichts wahrnehmen können was nicht nach außen dringen hätte dürfen, also egal.

preise: heftig! seiterl € 4, spritzer 3,50. dass passt irgendwie nicht ganz zu der zielgruppe die das line up anspricht.

kommentare zum publikum sind im ersten jahr nach der eröffnung wohl wenig sinnvol, dass wird sich langsam entwickeln. an diesem abend war es eine mischung aus: rich kids trifft WU meets passage + kleine portion sauna audience + clubtouristen wie uns.

die pratersauna und forelle werden momentan immer verglichen, mein  kommentar: sympathischer ist mir die pratersauna mit ihren eng verschachtelten floors und räumen. ein haus das wächst und gedeiht, und im grünen prater gelegen, anders als der betonbau inkl. parkhaus an der spitellauer lände, in dem die forelle beheimatet ist. die sauna ist in diesem fall aber wohl sowieso einzigartig in wien und damit kaum zu toppen. und auch die pratersauna ist alles andere als günstig, aber eben günstiger als die forelle. und dass der sound vielleicht nicht so fett ist macht die location locker wett.

früh für ein fazit: jedenfalls viel potential und wer beobachtet hat wie stark sich die pratersauna in den ersten beiden jahren des bestehens noch verändert hat kann gespannt sein. die clubgröße finde ich extrem optimistisch angelegt. mal schauen ob das teure line up so aufrecht gehalten werden kann und nicht ein schwenk in richtung kommerziellere musik erfolgt.

für mich war es trotzdem für längere zeit der letzte besuch nachdem ein überfürsorglicher security einen kumpel von mir wegen einer lappalie gleich hausverbot gegeben hat. da hat sich unsere clique solidarisch gezeigt und gleich geschlossen den club verlassen.

weitere kritiken sind auf tupalo und wordpress zu finden.

was haben Air und Deichkind gemeinsam?

beide haben ein tolles neues album veröffentlicht, aber sonst nicht viel.

AIR  - a trip to the moon: ist super für einen sonntag vormittag zu frühstück und zeitung.

Deichkind – befehl von ganz unten: ist perfekt für einen montag vormittag, passend zum motto endlich wieder arbeiten.

erich kästners “drei männer im schnee”

erich kästner - drei männer im schnee (1934)

erzählung, erstveröffentlicht 1934, 180 seiten

erich kästner ist vielen nur als autor von jugend & kinder literatur (das fliegende klassenzimmer, emil und die detektive) bekannt, er schrieb aber auch romane und erzählungen für erwachsene.

neben fabian, seinem erfolgreichsten roman, hab ich jetzt auch drei männer im schnee gelesen, und schon lange nicht mehr soviel gelacht:

der konzernchef eduard und der arbeitslose reklamefachmann fritz nehmen an einem preisausschreiben teil und gewinnen einen erholungsurlaub in den alpen. eduard möchte unbekannt bleiben und lässt stattdessen seinen diener johann als wohlhabenden (chef einer schifffahrtslinie) einchecken, er selbst hingegen im lumpenoutfit eben einfach nur als gewinner eines preisausschreibens. die tochter  von eduard hat angst um das wohle ihres vaters und benachrichtigt das hotel: der im lumpenoutfit ist eigentlich generaldirektor und millionär, bitte behandelt ihn ordentlich. blöd nur dass beim checkin ein durcheinander ensteht und der reklamefachmann fritz für den millionär gehalten wird. der hat sich schon auf schlechte behandlung eingestellt, landet in der suite, bekommt massagen am zimmer und es fehlt es an nichts. konzernchef eduard wird in die oberste dachkammer verfrachtet und ist mit diesem umstand erstmal ganz zufrieden, natürlich hat der das spielchen seiner tochter durchschaut. reklamefachmann fritz, von der hotelbelegschaft hofiert, johann, eigentlich diener aber gehalten für einen generaldirektor, und eduard, für einen lump und schnorrer gehalten, freunden sich an, ohne den irrtum zu klären. mit einer flasche cognac und dem bau eines schneemanns  beginnt ein unterhaltsames verwirrspiel.

iChoc

“finest organic chocolate” und bio logo dazu. hat apple noch keine möglichkeit gefunden für jedes produkt dessen name mit “i” beginnt tantiemen zu kassieren? auch bei der website hält man sich ein wenig an apple design, bio im windschatten von einem erfolgreichen brand sozusagen, nice try!

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jacques greene EP – breakbeat/dupstep/house

Jacques Greene - Concealer

jacques greene concealer EP released auf vase 31.1.2012

gestern im whatpeopleplay newsletter entdeckt: jacques greene. producer von breakbeat, dubstep, house im ambient style aus montreal.
hat seine erste single im november 2010 released und jetzt ende jänner eine erste EP mit 4 tracks. die hab ich mir gekauft und läuft seither auf dauer rotation.
es gibt genug zum online reinhören auf soundcloud oder youtube (am laptoplautsprecher kommt das ganze nicht gut rüber).

são paulo – stadt mit werbeverbot im öffentlichen raum

raus aus der wohnung zur bushaltestelle: dort eine werbung für einen kinofilm. bus fährt ein: auf dem bus werbung für ein sprachinstitut. aus dem bus raus auf dem weg zur ubahn: geschäfte mit werbeplakaten sale – aktion – günstiger en masse. die ubahnstation selbst sieht aus wie der außenposten einer H&M filiale – zugepflastert mit plakaten und screens. stell dir vor es gibt werbung und keiner sieht hin – bei einem solchen szenario fast unmöglich.

H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia

H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia

in são paulo gibt es seit 2007 per gesetz keine werbung im öffentlichen raum. der dortige bürgermeister hat mit 70% zustimmung der paulistanos durchgesetzt dass bis auf wenige ausnahmen werbung im öffentlichen raum verboten ist. warum das ganze?

“The Clean City Law came from a necessity to combat pollution … pollution of water, sound, air, and the visual. We decided that we should start combating pollution with the most conspicuous sector – visual pollution.”

keine riesen billboards, poster, plakate, stromfressende neon reklame, werbung auf fahrzeugen etc. aber  dem noch nicht genug: sogar den geschäften wurde es verboten hinweisschilder anzubringen. die helfen sich indem sie ihre gebäude mit kräftigen farben und mustern bemalen.

No Logo Photoset (c) Tony de Marco

No Logo Photoset (c) Tony de Marco

und was ist seitdem anders? es kommen gebäude zum vorschein die bis jetzt nicht registriert wurden, die stadt bekommt ein neues gesicht und die bewohner orientieren sich nicht weiter an großen billboards. die stadt verliert geschätzte 130 mio.$ an einnahmen, und angebliche 20000tsd jobs sind laut werbebranche bedroht. ob und wieviel weniger umsatz die jetzt nicht mehr beworbenen unternehmen machen, darüber finden sich keine zahlen.

neue werbeflächen werden ständig erschlossen (bspw. hochfrequente wiener ubahnstationen wie stephansplatz oder neubaugasse), oder neue werbeformen entstehen und ich bin immer mehr werbung ausgesetzt. während ich online noch tools zur verfügung habe mich dagegen zu wehren oder einfach eine dienstleistung dafür erhalte prasselt außerhalb meiner vier wände alles über mich herein. ich würds begrüßen wenn es auch bei uns zumindest limitierungen der werbeflächen geben würde, oder diese nicht uferlos mehr werden.

quell links:

filmtipp arte: happy go lucky

kurzer filmtipp für kommenden montag, 13.2., auf arte – happy go lucky.
die grundschullehrerin poppy nervt ihre umgebung mit ihrem ständigen optimismus und fröhlichkeit, ihr fahrlehrer, das krasse gegenteil, tickt völlig aus, und ihre freundinnen wollen unbedingt ein leidensthema in poppys leben finden, nur ist da keins.

nicolars carr’s “what the internet is doing to our brains”

the shallowsalways on, SMS, instant messenger, facebooken, twittern, googlen, bloggen, von link zu link springen – dass all dieses hyperaktive hin und her springen zwischen informationshäppchen und devices nicht spurlos an unserem gehirn vorübergeht ist nachvollziehbar. diesem thema hat sich der technologie journalist nicholas carr in seinem buch the shallows – what the internet is doing to our brains gewidmet.

die ersten kapitel hab ich hinter mir, und die startet carr mit einer reise zurück in die 60er, zu mc luhan’s theorie the medium is the message (es geht nicht um den inhalt, sondern das medium selbst) und zum computer hal9000 (der übernimmt kurzerhand die kontrolle über das raumschiff discovery) im film space odysee, bis zu tim berners lee, der wesentlich an der entwicklung des world wide web beteiligt war.

anhand seiner eigenen online historie zeichnet er die entwicklung des internets nach. die begann bei ihm mit einem AOL account (limitiert auf 5h online zeit pro woche), bevor er mit seinem ersten ISP account den zugang zum offenen world wide web, so um ‘96, damals noch mit modem, bekam. 2005 gings ans upgrade ins web 2.0, er startete sein eigenes blog (sein erster blog beitrag im april 2005) und mit social networking kurze zeit später begann nochmal eine andere dimension des informaitonszeitalters.

am beispiel einiger personen macht er klar: wir verlieren mehr und mehr die fähigkeit unsere aufmerksamkeit länger auf ein thema zu richten. immer weniger onliner wollen ein ganzes buch lesen, stattdessem jeden link nachgehen, google anwerfen, ein game zocken und nebenbei an einem text schreiben. ein ehemaliger buchwurm wird geschildert, der kann es sich auch nicht erklären, aber nach dem lesen von 2 absätzen driftet er ab. die geschilderten personen ziehen durchwegs eine positive bilanz: die ständige verfügbarkeit von allen informationen und kontakten macht uns vernetzter, vielseitiger, wissbegieriger.

carr’s conclusion ist eher ernüchternd: web und always on hat uns unruhiger gemacht. der technologiesprung und ständige information overload bringt uns weg vom linearen denken zum vernetzten wahnsinn, der uns immer mehr die fähigkeit des deep thinking nimmt. wir werden also alle ein wenig seichter und flacher (=shallow brain). für jeden vernetzten onliner der sich als nervöser zappelphilipp im browser wiedererkennt eine empfehlenswerte lektüre. wer aber konzentrationsschwächen beim lesen eines buches hat kann auch mal mit diesem langen artikel is google making us stupid von carr beginnen, oder sich ein 4minütiges interview von abcnews auf youtube ansehen.