nicolars carr’s “what the internet is doing to our brains”

the shallowsalways on, SMS, instant messenger, facebooken, twittern, googlen, bloggen, von link zu link springen – dass all dieses hyperaktive hin und her springen zwischen informationshäppchen und devices nicht spurlos an unserem gehirn vorübergeht ist nachvollziehbar. diesem thema hat sich der technologie journalist nicholas carr in seinem buch the shallows – what the internet is doing to our brains gewidmet.

die ersten kapitel hab ich hinter mir, und die startet carr mit einer reise zurück in die 60er, zu mc luhan’s theorie the medium is the message (es geht nicht um den inhalt, sondern das medium selbst) und zum computer hal9000 (der übernimmt kurzerhand die kontrolle über das raumschiff discovery) im film space odysee, bis zu tim berners lee, der wesentlich an der entwicklung des world wide web beteiligt war.

anhand seiner eigenen online historie zeichnet er die entwicklung des internets nach. die begann bei ihm mit einem AOL account (limitiert auf 5h online zeit pro woche), bevor er mit seinem ersten ISP account den zugang zum offenen world wide web, so um ‘96, damals noch mit modem, bekam. 2005 gings ans upgrade ins web 2.0, er startete sein eigenes blog (sein erster blog beitrag im april 2005) und mit social networking kurze zeit später begann nochmal eine andere dimension des informaitonszeitalters.

am beispiel einiger personen macht er klar: wir verlieren mehr und mehr die fähigkeit unsere aufmerksamkeit länger auf ein thema zu richten. immer weniger onliner wollen ein ganzes buch lesen, stattdessem jeden link nachgehen, google anwerfen, ein game zocken und nebenbei an einem text schreiben. ein ehemaliger buchwurm wird geschildert, der kann es sich auch nicht erklären, aber nach dem lesen von 2 absätzen driftet er ab. die geschilderten personen ziehen durchwegs eine positive bilanz: die ständige verfügbarkeit von allen informationen und kontakten macht uns vernetzter, vielseitiger, wissbegieriger.

carr’s conclusion ist eher ernüchternd: web und always on hat uns unruhiger gemacht. der technologiesprung und ständige information overload bringt uns weg vom linearen denken zum vernetzten wahnsinn, der uns immer mehr die fähigkeit des deep thinking nimmt. wir werden also alle ein wenig seichter und flacher (=shallow brain). für jeden vernetzten onliner der sich als nervöser zappelphilipp im browser wiedererkennt eine empfehlenswerte lektüre. wer aber konzentrationsschwächen beim lesen eines buches hat kann auch mal mit diesem langen artikel is google making us stupid von carr beginnen, oder sich ein 4minütiges interview von abcnews auf youtube ansehen.

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