são paulo – stadt mit werbeverbot im öffentlichen raum

raus aus der wohnung zur bushaltestelle: dort eine werbung für einen kinofilm. bus fährt ein: auf dem bus werbung für ein sprachinstitut. aus dem bus raus auf dem weg zur ubahn: geschäfte mit werbeplakaten sale – aktion – günstiger en masse. die ubahnstation selbst sieht aus wie der außenposten einer H&M filiale – zugepflastert mit plakaten und screens. stell dir vor es gibt werbung und keiner sieht hin – bei einem solchen szenario fast unmöglich.

H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia

H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia

in são paulo gibt es seit 2007 per gesetz keine werbung im öffentlichen raum. der dortige bürgermeister hat mit 70% zustimmung der paulistanos durchgesetzt dass bis auf wenige ausnahmen werbung im öffentlichen raum verboten ist. warum das ganze?

“The Clean City Law came from a necessity to combat pollution … pollution of water, sound, air, and the visual. We decided that we should start combating pollution with the most conspicuous sector – visual pollution.”

keine riesen billboards, poster, plakate, stromfressende neon reklame, werbung auf fahrzeugen etc. aber  dem noch nicht genug: sogar den geschäften wurde es verboten hinweisschilder anzubringen. die helfen sich indem sie ihre gebäude mit kräftigen farben und mustern bemalen.

No Logo Photoset (c) Tony de Marco

No Logo Photoset (c) Tony de Marco

und was ist seitdem anders? es kommen gebäude zum vorschein die bis jetzt nicht registriert wurden, die stadt bekommt ein neues gesicht und die bewohner orientieren sich nicht weiter an großen billboards. die stadt verliert geschätzte 130 mio.$ an einnahmen, und angebliche 20000tsd jobs sind laut werbebranche bedroht. ob und wieviel weniger umsatz die jetzt nicht mehr beworbenen unternehmen machen, darüber finden sich keine zahlen.

neue werbeflächen werden ständig erschlossen (bspw. hochfrequente wiener ubahnstationen wie stephansplatz oder neubaugasse), oder neue werbeformen entstehen und ich bin immer mehr werbung ausgesetzt. während ich online noch tools zur verfügung habe mich dagegen zu wehren oder einfach eine dienstleistung dafür erhalte prasselt außerhalb meiner vier wände alles über mich herein. ich würds begrüßen wenn es auch bei uns zumindest limitierungen der werbeflächen geben würde, oder diese nicht uferlos mehr werden.

quell links:

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