relentless.com – die jeff bezos / amazon story

everything store buchcovereverything store von brad stone ist durchaus lesenswert. ich hab die diskussion, angestoßen über eine schlechte kritik von bezos frau auf amazon, nicht weiter verfolgt. es haben sich letzten endes die positiven reviews durchgesetzt. der autor hat ja mit einverständnis von bezos viele ex- und derzeit-manager von amazon interviewt, als auch einige gespräche mit bezos selbst geführt.

wie amazon.com begonnen hat und sich entwickelt hat wissen die meisten internetnutzer. dass bezos aber von anfang an auf das große ding aus war anstatt nur bücher zu versenden war mir nicht klar (amazon != bücherdschungel). bezos musste nur irgendwo beginnen, und bücher haben als leicht zu versendendes produkt perfekt dafür angeboten.

und es gab wie bei jeder startup story tausend gründe warum es nicht funktionieren hätte sollen: große konkurrenten die einen fertig machen (barnes and noble), andere startups die viel schneller mehr umsatz hatten (ebay), und jede menge probleme an der börse und fast-insolvenz während dem platzen der dotcom blase zur jahrtausendwende.

bezos wird als hyperaktiver erfinder, pfennigfuchser und mikromanager beschrieben. anders als bei anderen tech giants wie facebook oder google gibt es bei amazon nicht unzählige benefits die sich medial verwursten lassen (für die nutzung firmenparkplätze müssen amazon mitarbeiter zahlen). bereits vor veröffentlichung des buchs gabs eine story über den mikromanager bezos der sich auch gern über kleinste details unterhält. das beginnt meistens mit einem email forward das nicht mehr enthält als ein fragezeichen.

super find ich die no-powerpoint-policy. ideen/konzepte/produktdesigns etc. werden in memos dargelegt die aus kundensicht geschrieben. anstatt in bullet points und mit schönen grafiken wird in langtext gedacht. das verlangt allen beteiligten mehr konzentration ab und das ist eine absolut nachahmeswerte idee.

aufgeräumt wird auch mit dem mythos wie die amazon web services unit entstand. gängige und gute erklärung ist die überlegung gewesen dass amazon soviel hardware herumstehen hatte die sie selbst nur während dem weihnachtsgeschäft nutzt um spitzen abzufedern. daraufhin kam die idee diese weiterzuverkaufen. dass das cloud computing business bei amazon aber völlig anders entstand und der uns bekannte grund nur ein nebendetail war wird im buch erklärt.

die ganzen ereignisse rund um arbeitsbedingungen in den versandzentren (fullfilment center, wie sie amazon nennt), die bei uns durch die medien geisterten, kommen nur in einem absatz vor. lesenswert dazu eine lange story die kürzlich im spiegel erschienen ist. schlecht wird einem beim kapitel rund um die kindle markteinführung, in dem ausführlich beschrieben wird wie book publisher unter druck gesetzt werden um den preis zu drücken und die ebook umstellung mitzutragen. das große ziel von bezos war zum launch vom kindle 100.000 ebooks im store zu haben. scheinbar wurden amazon intern rankings angelegt die darüber auskunft geben wie wichtig amazon für einzelne publisher ist. wenn diese sich nicht gebeugt haben wurden eben mal keine empfehlungen für die bücher aus deren haus ausgespielt, bis dann die publisher anriefen und einlenkten.

ausführlicher wird auch der kampf von amazon gegen hohe steuern auf den ecommerce handel in den USA, sowie das set up in europa via luxemburg beschrieben (die europazentrale von amazon ist in luxemburg).

alles in allem auf jeden fall lesenswert. für regelmäßige amazon shopper pflichtlektüre.

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