brasilien reise – abschlussbericht, route, budget, etc.

route für 22 tage

route der 3 wöchigen brasilien reise
route der 3 wöchigen brasilien reise
  1. rio de janeiro
  2. ilha grande (bus + fähre halber reisetag)
  3. paraty (bus 3h)
  4. sao paulo (bus 6h)
  5. florianopolis (bus 12h)
  6. iguazu waterfalls (bus 14h)
  7. rio de janeiro (flug nach rio 2h)

reiseführer: lonely planet brasilien (ausgabe mai 2011). natürlich viele infos schon veraltet, die preise sind völlig zu vergessen. nur bei museen, eintritten zu sehenswürdigkeiten sind diese noch halbwegs aktuell. was unterkünfte betrifft sollte unbedingt nach anderem ausschau gehalten werden, schont das budget

reisebudget: pro woche 1000-1500 REAL (400-600 EUR) – exkl. flug natürlich.

die brasilien reise hier am blog:

  1. hello aus rio
  2. people taking pictures with ipads – brazil edition
  3. brasilianer lieben havaianas
  4. life is hard in floripa
  5. frohe weihnachten und „guten rutsch“
  6. ipanema beach im dezember: heiß, voll. super!
  7. 24 stunden sao paulo
  8. place to be: santa teresa in rio de janeiro (inkl. photogalery)

fotos: galerie auf flickr

place to be: santa teresa in rio de janeiro (inkl. photogalery)

charming santa teresa
charming santa teresa

wo die reise begann geht sie zu endevon allem was ich in rio gesehen habe hat es mir das viertel santa teresa am meisten angetan. fernab der hektik von leblon, ipanema oder copacabana ein inspirativer ruhepol. bis vor kurzem brachte eine strassenbahn die leute aus dem zentrum den hügel hinauf nach santa teresa. die strassenbahn (“bonde”) wird schmerzlich vermisst, was sich in der strassenkunst zeigt: in graffitis, tags oder stickern wird diese zurückgefordert. doch die busfahrt im kamikazestil den hügel hinauf ist auch ein erlebnis.

oben angekommen lässt sich die zeit in netten restaurants, kleinen boutiquen und cafes vertreiben. dorfcharakter in der 7mio. stadt.

24 stunden sao paulo

häuser dieser art x1000 in sao paulo
häuser dieser art x1000 in sao paulo

besuchen sie unbedingt vielleicht sao paulo – so lässt sich die lonely planet beschreibung ungefaehr zusammenfassen. haben sie rio schon gesehen, muessen sie sowieso weiter in den sueden, dann koennen sie in der 11.mio einwohner stadt halt machen. warnung: nach rio werden sie enttaeuscht sein.

was 11mio. heisst laesst sich bei der anreise im bus gleich lernen: die letzten beiden stunden ziehen sich durch eine industrievorstadt. ankommen am busbahnhof in der nacht moeglich, aber dort eine passende unterkunft finden: schlechte idee. bei 2 der direkt an einer ausgangsstrasse vom busbahnhof gelegenen „hotels“ haben wir uns ein zimmer angesehen, die hatten ihre eigenheiten. das eine hatte ein riesenloch in der decke (jemand durchgebrochen?) und ein kinderschuh lag unterm bett (entführtes kind?), das WC am gang mit blick auf den hoteleingang. das zweite zimmer hatte sogar eine dusche, nur in einem mini zimmer eingemauert mit einer tür auf einen hof (schnelle flucht möglich?), dafür eine toilette ohne tür mit direkter anbindung ans bett. vor den hotels: eine strasse die eine eigene erwähnung im lonely planet kapitel gefahren und ärgernisse verdient haette. ganz finstere gestalten mit denen augenkontakt vermieden gehört.

also nochmal zurueck auf den busbahnhof, um einen hotelnamen in einer besseren gegend in der naehe vom busbahnhof aufzutreiben. besser heisst: die unterkunft liegt direkt neben einer polizeistation (die aussieht wie für immer geschlossen) und einer besetzten rezeption samt kameraüberwachung am eingang. wer ist schon so blöd und wird direkt neben einer polizeistation straffaellig?

busbahnhof sao paulo groesser als ein airport
busbahnhof sao paulo – größer als so mancher airport

auch bei tag erschliesst sich einem die schönheit der stadt nicht gleich auf den ersten blick. ideenlose hochhäuser auf der avenida paulista aneinander gereiht, verstopfte strassen und viel lärm. beim blick weiter nach oben wolken aus smog, nach einer stunde durch die stadt spazieren dreck auf der haut und das unbedingte bedürfnis duschen zu wollen (erinnerungen an neu dehli werden wach). der spaziergang durch das historische zentrum (die reste davon) ist schnell erledigt. danach beginnt der zweite teil des citytrip: selbst shoppen oder reichen leuten auf der rua oscar freire dabei zusehen. nett waren ein paar kleine hipsterläden die wir zufaellig zwischen avenida paulista und rua oscar freire entdeckt haben. dann regenbedingt in ein kleines cafe einkehren, schon wird es wieder finster. rein in die metro, zurueck zum bahnhof und raus aus der stadt.

(mehr sao paulo bilder auf flickr)

stauzeit in sao paulo
stauzeit in sao paulo

ps: zum thema werbeverbot im öffentlichen raum in sao paulo – ja, ich konnte das teilweise sehen, leere reklametafeln bei der stadteinfahrt zum busbahnhof neben der stadtautobahn. aber so wie ich mir das vorgestellt habe, das ich kaum werbung wahrnehmen werde, so ist das überhaupt nicht – davon gibts genug. entweder wurde das gesetz teilweise wieder rückgängig gemacht oder es ist einfach weit weniger dramatisch als ich es verstanden habe.

ipanema beach im dezember: heiß, voll. super!

was es heißt dass es “voll” wird in der weihnachtszeit auf den stränden von rio zeigt der fotovergleich. anfang dezember gehts zumindest an werktagen noch gemütlich zu und es  lässt sich gut chillen. ab weihnachten herrscht ausnahmezustand, sowohl ipanema als auch copacabana beach sind brechend voll. aber nichts destotrotz erlebenswert, ein biotop an “carioca” kultur …

und heißer ists auch geworden: 35°-40° am 29.12. ausgerechnet dann: so hoher wellengang dass niemand ins wasser darf, die lifeguards im helikopter waren im dauereinsatz. übermutige burschen wurden im 10 minutentakt zwischen copacabana und ipanema rausgefischt. die 2 meter hohen wellen waren immer die gewinner. aber ich hatte den eindruck dass es sich um eine mutprobe handelt, zumindest einmal soweit zu gehen dass einen der heli rausfischen muss.

ipanema beach am 10.12.2012…

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und am 29.12.2012

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life is hard in floripa

der blick auf florianopolis vom busbahnhof

eine stunde busfahrt aus florianopolis raus, dann auch noch umsteigen, dann auch noch einen kilometer gehen, nur um 5km unbebauten, geschuetzten kuestenstrand zu erreichen. die sonne sticht nur ab und zu durch, ein guter wind weht und ein paar kiter ziehen vorbei, hie und da ein surfer, dazwischen begegnen einem noch 5 weitere standgaenger und ein paar herumstreunende hunde. thats life in floripa!

brasilianer lieben havaianas

auf einer reise durch brasilien begleiten einen havianas. havanianas sind mit abstand des brasilianers liebste flip flops. egal ob in rio, sao paulo, floripa oder kleineren kuestenstaedten wie paraty – haviana stores folgen einem. und in ist wer sie traegt und keine andere. im flagship store in sao paulo koennen fans sich gar eigene flip flops gestalten, sollte eines der vorhandenen 427 designs nicht dem eigenen geschmack entsprechen. wir sind schon in :)

havaianas store in rio
havaianas store in rio

hello aus rio (~13.12.2012)

santa teresa
santa teresa blick auf downtown

das erste reiseziel in rio ist das auf einem huegel gelegene viertel santa teresa, was eine sehr gute wahl ist um rio kennenzulernen. von hier ists nur einen sprung ins weggehviertel lapa und die metro nach leblon (ipanema, copacabana) ist nicht weit.

ipanema beach
ipanema beach

laut lonelyplanet sind die besten zeiten von santa teresa zwar vorbei, aber der charme der teils huebsch renovierten haueser aus der portugiesischen kolonialzeit strahlt immer noch. verstoerend vielleicht fuer neuankoemmlinge sind die stacheldraehte und kameras auf fast jeder grundstuecksmauer, die einen daran erinnern dass auch hier bei dunkelheit die finsteren gassen gemieden werden sollen. als gringo wird man schnell mal geschimpft von den kids. viel graffiti und tags auf all den waenden, etwas nicht beschmiertes gibts hier kaum. auch auf banksy stehen sie die brazilians, seine frechen mauese finden sich hier oft kopiert (oder banksy war hier auch schon unterwegs… es wuerde ihm gefallen). bilder folgen, upload ist leider zum gaehnen.

und top top ist die aussicht des tags und nachts von santa teresa, auf lapa und weiter.

blick ueber rio von santa teresa
blick ueber rio von santa teresa

são paulo – stadt mit werbeverbot im öffentlichen raum

raus aus der wohnung zur bushaltestelle: dort eine werbung für einen kinofilm. bus fährt ein: auf dem bus werbung für ein sprachinstitut. aus dem bus raus auf dem weg zur ubahn: geschäfte mit werbeplakaten sale – aktion – günstiger en masse. die ubahnstation selbst sieht aus wie der außenposten einer H&M filiale – zugepflastert mit plakaten und screens. stell dir vor es gibt werbung und keiner sieht hin – bei einem solchen szenario fast unmöglich.

H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia
H&M Station Branding Stephansplatz (c) ATMedia

in são paulo gibt es seit 2007 per gesetz keine werbung im öffentlichen raum. der dortige bürgermeister hat mit 70% zustimmung der paulistanos durchgesetzt dass bis auf wenige ausnahmen werbung im öffentlichen raum verboten ist. warum das ganze?

„The Clean City Law came from a necessity to combat pollution … pollution of water, sound, air, and the visual. We decided that we should start combating pollution with the most conspicuous sector – visual pollution.“

keine riesen billboards, poster, plakate, stromfressende neon reklame, werbung auf fahrzeugen etc. aber  dem noch nicht genug: sogar den geschäften wurde es verboten hinweisschilder anzubringen. die helfen sich indem sie ihre gebäude mit kräftigen farben und mustern bemalen.

No Logo Photoset (c) Tony de Marco
No Logo Photoset (c) Tony de Marco

und was ist seitdem anders? es kommen gebäude zum vorschein die bis jetzt nicht registriert wurden, die stadt bekommt ein neues gesicht und die bewohner orientieren sich nicht weiter an großen billboards. die stadt verliert geschätzte 130 mio.$ an einnahmen, und angebliche 20000tsd jobs sind laut werbebranche bedroht. ob und wieviel weniger umsatz die jetzt nicht mehr beworbenen unternehmen machen, darüber finden sich keine zahlen.

neue werbeflächen werden ständig erschlossen (bspw. hochfrequente wiener ubahnstationen wie stephansplatz oder neubaugasse), oder neue werbeformen entstehen und ich bin immer mehr werbung ausgesetzt. während ich online noch tools zur verfügung habe mich dagegen zu wehren oder einfach eine dienstleistung dafür erhalte prasselt außerhalb meiner vier wände alles über mich herein. ich würds begrüßen wenn es auch bei uns zumindest limitierungen der werbeflächen geben würde, oder diese nicht uferlos mehr werden.

quell links: