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erich kästners “drei männer im schnee”

erich kästner - drei männer im schnee (1934)

erzählung, erstveröffentlicht 1934, 180 seiten

erich kästner ist vielen nur als autor von jugend & kinder literatur (das fliegende klassenzimmer, emil und die detektive) bekannt, er schrieb aber auch romane und erzählungen für erwachsene.

neben fabian, seinem erfolgreichsten roman, hab ich jetzt auch drei männer im schnee gelesen, und schon lange nicht mehr soviel gelacht:

der konzernchef eduard und der arbeitslose reklamefachmann fritz nehmen an einem preisausschreiben teil und gewinnen einen erholungsurlaub in den alpen. eduard möchte unbekannt bleiben und lässt stattdessen seinen diener johann als wohlhabenden (chef einer schifffahrtslinie) einchecken, er selbst hingegen im lumpenoutfit eben einfach nur als gewinner eines preisausschreibens. die tochter  von eduard hat angst um das wohle ihres vaters und benachrichtigt das hotel: der im lumpenoutfit ist eigentlich generaldirektor und millionär, bitte behandelt ihn ordentlich. blöd nur dass beim checkin ein durcheinander ensteht und der reklamefachmann fritz für den millionär gehalten wird. der hat sich schon auf schlechte behandlung eingestellt, landet in der suite, bekommt massagen am zimmer und es fehlt es an nichts. konzernchef eduard wird in die oberste dachkammer verfrachtet und ist mit diesem umstand erstmal ganz zufrieden, natürlich hat der das spielchen seiner tochter durchschaut. reklamefachmann fritz, von der hotelbelegschaft hofiert, johann, eigentlich diener aber gehalten für einen generaldirektor, und eduard, für einen lump und schnorrer gehalten, freunden sich an, ohne den irrtum zu klären. mit einer flasche cognac und dem bau eines schneemanns  beginnt ein unterhaltsames verwirrspiel.

nicolars carr’s “what the internet is doing to our brains”

the shallowsalways on, SMS, instant messenger, facebooken, twittern, googlen, bloggen, von link zu link springen – dass all dieses hyperaktive hin und her springen zwischen informationshäppchen und devices nicht spurlos an unserem gehirn vorübergeht ist nachvollziehbar. diesem thema hat sich der technologie journalist nicholas carr in seinem buch the shallows – what the internet is doing to our brains gewidmet.

die ersten kapitel hab ich hinter mir, und die startet carr mit einer reise zurück in die 60er, zu mc luhan’s theorie the medium is the message (es geht nicht um den inhalt, sondern das medium selbst) und zum computer hal9000 (der übernimmt kurzerhand die kontrolle über das raumschiff discovery) im film space odysee, bis zu tim berners lee, der wesentlich an der entwicklung des world wide web beteiligt war.

anhand seiner eigenen online historie zeichnet er die entwicklung des internets nach. die begann bei ihm mit einem AOL account (limitiert auf 5h online zeit pro woche), bevor er mit seinem ersten ISP account den zugang zum offenen world wide web, so um ‘96, damals noch mit modem, bekam. 2005 gings ans upgrade ins web 2.0, er startete sein eigenes blog (sein erster blog beitrag im april 2005) und mit social networking kurze zeit später begann nochmal eine andere dimension des informaitonszeitalters.

am beispiel einiger personen macht er klar: wir verlieren mehr und mehr die fähigkeit unsere aufmerksamkeit länger auf ein thema zu richten. immer weniger onliner wollen ein ganzes buch lesen, stattdessem jeden link nachgehen, google anwerfen, ein game zocken und nebenbei an einem text schreiben. ein ehemaliger buchwurm wird geschildert, der kann es sich auch nicht erklären, aber nach dem lesen von 2 absätzen driftet er ab. die geschilderten personen ziehen durchwegs eine positive bilanz: die ständige verfügbarkeit von allen informationen und kontakten macht uns vernetzter, vielseitiger, wissbegieriger.

carr’s conclusion ist eher ernüchternd: web und always on hat uns unruhiger gemacht. der technologiesprung und ständige information overload bringt uns weg vom linearen denken zum vernetzten wahnsinn, der uns immer mehr die fähigkeit des deep thinking nimmt. wir werden also alle ein wenig seichter und flacher (=shallow brain). für jeden vernetzten onliner der sich als nervöser zappelphilipp im browser wiedererkennt eine empfehlenswerte lektüre. wer aber konzentrationsschwächen beim lesen eines buches hat kann auch mal mit diesem langen artikel is google making us stupid von carr beginnen, oder sich ein 4minütiges interview von abcnews auf youtube ansehen.

owen king / neues buch von stephen king

von stephen kings büchern hab ich noch keins gelesen, mir sind nur ein paar verfilmungen vage in erinnerung, außer shining mit crazy jack nicholson. es gibt jetzt einen neuen roman von king, tausend seiten dick, rund um das kennedy attentat. zu diesem anlass gibts in der aktuellen spiegel ausgabe ein interview mit king.

im interview spricht king über seine überwundene alkohol und kokainsucht (“ich gehe noch immer wöchentlich zu den AA treffen”). auch die geschichte zum beginn seiner karriere findet sich im interview nochmals. stephen king hatte seinen ersten roman carrie schon in die mülltonne bugsiert, als seine frau diesen herausfischte und für gut befand. obs genau so war oder nur so ähnlich – es erzählt sich gut. interessanter fand ich kings ansage dass er in einer familie voller rechtsaußen republikaner aufwuchs. die idee zum jetzt neuen roman hat king schon 40 jahre im kopf, aber erst durch den versprühten optimismus und begeisterung, ausgelöst durch obama (was ist davon jetzt noch da?), hat er nun das buch geschrieben.

das hat mich an den roman der wahre präsident von amerika (2006) von kings sohn owen erinnert, den ich vor ein paar jahren gelesen hab. owen king schreibt keine horrorgeschichten (anders als der andere king sohn joe hill).
der plot: das jahr 2000, george bush junior und dessen sieg über al gore nach einigem hickhack bei der stimmauszählung, und wie sich das in die welt des 15 jährigen george auswirkt. der großvater von george, bekennender demokrat und ehemaliger gewerkschafter, hat im garten ein schild aufgestellt: al gore, der wahre präsident von amerika. eines tages wird die tafel von einem unbekannten beschmiert und ein kleinkrieg beginnt – der 15 jährige george wird mit hineingezogen. kurzweiliger roman mit überraschendem ende.

kulturnews.de

Das ländliche Amerika ist der Hort des Bösen: geifernde Republikaner, wiedergeborene Christen, Schwulenhasser. Kennen wir alles, und kennt auch der 15-jährige Kleinstädter George. Eigentlich beschäftigt ihn aber anderes, zum Beispiel das Erwachsenwerden, ein Rätsel namens Sexualität und sein krebskranker, inkontinenter Großvater. In seinem Roman und den vier angehängten Erzählungen stellt Owen King unserem klischeebeladenen Amerikabild eine sensible Coming-of-Age-Geschichte gegenüber. P. S.: Owen ist Sohn des Auflagenkönigs Stephen King. Macht aber nichts – verkaufsfördernde Familienhilfe hat er gar nicht nötig. (arm)

second life im abverkauf?

Photo_06870FF0-D8AC-8212-4E9A-36CAAF930516heute beim stöbern entdeckt: mit dem bus durch second life! gehört in jede gute fachbibliothek.

im kapitel wirtschaft findet sich wissenswertes über den einkauf bei adidas und mercedes, und bei freizeit und sport heißt es nur alles ist erlaubt

na dann!

lesetipp für L.A. interessierte

wer sich wie ich für den moloch los angeles interessiert (seit meinem besuch in 2008) wird mit james frey’s strahlend schöner morgen, das seit einigen monaten auch als taschenbuch erhältlich ist, spass haben.

der 600 seiten roman liest sich kurzweilig – vom einblick in das perverse leben von filmstars, dem täglichen überlebenskampf der vielen homeless people und der gang kriminalität – facettenreich und spannend geschrieben.

lesetipp: harold – einzlkind

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hatte sehr viel spass mit harold vom autor “einzlkind”. harold, der gerade seinen job als wurstfachverkäufer verloren hat, wird damit beauftragt 7 tage auf das 13 jährige kind der nachbarin aufzupassen, den hochbegabten melvin. der macht harold das leben zur hölle und nimmt harold auf einen ganz besonderen trip mit.

tags: schwarzer humor – kurzweilig – lachkrämpfe – böse – derb – britischer humor.

buchtipp: let my people go surfing

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wie ich letzte woche aus der zeitung erfuhr ist die patagonia erfolgsgeschichte vom gründer yvon chouinard jetzt auf deutsch erschienen: let my people go surfing – der (sperrige) deutsche titel: “lass die mitarbeiter surfen gehen”. wer entspannungsliteratur für die work life balance sucht oder sich über eine andere unternehmenskultur informieren will, dem sei das buch empfohlen.

buchtipp: wie eine reise das leben verändert

 

Nach einer Trekking-Tour durch Nepal kündigte John Wood seinen Job als Spitzenmanager bei Microsoft. Jetzt sammelt er Bücher für die Kinder im Himalaya. Er arbeitet 70 Stunden die Woche und fühlt sich glücklich. Ein Gespräch über die Reise in ein anderes Leben

Weg vom Chefsessel: John Wood verließ Microsoft für ein Hilfsprojekt | ZEIT online

interessanter buchtipp im reisemagazin der zeit. john wood hat microsoft china im jahr 1998 verlassen um die organisation room to read zu gründen. eine 3 wöchige nepal reise war ausschlaggebend um sein leben völlig zu verändern.

(noch nicht gelesen, geordert. das englische taschenbuch kostet nur 11€, deutsch derzeit nur gebunden…)

amsterdam

Ian McEwan superstar über amsterdam in amsterdam

was für eine tolerante, weltoffene, erwachsene stadt: die schönen, in geschmackvolle wohnungen umgewandelten speicher aus ziegelstein und geschnitztem fachwerk, die unprätentiösen van goghschen brücken, die unaufdringlichen straßenmöbel, die intelligent und überhaupt nicht verknöchert wirkenden holländer auf ihren fahrrädern, hinter sich ihre ausgeglichenen kinder. noch die ladenbesitzer sahen aus wie professoren, die straßenfeger wie jazzmusiker. es gab keine stadt, die zweckmäßiger angeordnet gewesen wäre.

 

buchtipp – "letzte nacht" von stewart o’nan

in dieser erzählung beschreibt stewart o’nan das geschehen in einer red lobster filiale nahe eines einkaufszentrums, welche aus nicht ganz klar kommunizierten gründen schließen wird, vermutlich nicht genug umsatz.

aus der sicht von manny, dem langjährigen geschäftsführer der filiale, wird auf knapp 130 seiten der gewohnte gang des restaurants, an seinem regulär letzten öffnungstag, beschrieben. die vorbereitungsarbeiten vor dem aufsperren, die sticheleien zwischen dem servicepersonal wegen trinkgeld, die probleme in der küche wegen unterbesetzung, die knausrigen business men, die eh immer zu wenig trinkgeld geben….

es ist für mich faszinierend, wie einfühlsam, locker leicht  es stewart o’nan schafft mit dieser scheinbar einfachen geschichte mich zu fesseln.

kann ich wirklich nur empfehlen!

review des buchs (nur den anfang lesen wenn du das buch noch lesen willst!!) | wikipedia eintrag stewart o’nan| seine website