reiseroute und reisebudget für 3 wochen indien (900 EUR exkl. flug)

india tix

ca 900 EUR hat mich die 3 wöchige indien rucksackreise ohne flug gekostet. inbegriffen in diese 900 EUR sind:

  • 2 zugreisen
  • 2 inlandsflüge
  • ca. 5 busreisen
  • 2 fährenfahrten kochi
  • unzählige rikshafahrten
  • alle unerkünfte: von dreckig bis nice hotel
  • 24h hausbootfahrt in kerala
  • feines essen den ganzen trip
  • mitbringsel: schals, shirts

nicht ingebriffen sind: swiss flug von wien nach mumbai via zürich: 530 EUR. insgesamt war dieser indien trip günstiger als mein erster in 2008, einerseits weil gefühlt weit weniger touries unterwegs waren und andererseits weil die verhandlungskünste besser waren. der indienflug von wien nach delhi hat 2008 gleich mal 200 EUR mehr gekostet (und flüge lassen sich schlecht verhandeln). mit einem gesamtbudget von 1500 EUR lässt es sich auf einem 3 wöchtigen indien trip ganz gut leben. „bargaining is the norm“ steht im lonely planet – wir haben das sicher nie übertrieben, aber selten das erste angebot angenommen.

die reiseroute indienreise stationen

bei 3 wochen hatten wir 8 stationen, die drei bundesstaaten im süden: maharashtra, kerala, goa. 1 inlandsflug von mumbai nach kerala, einer von goa zurück nach mumbai. der zug ist auf jeden fall das bevorzugte transportmittel. allerdings siehst du dann bei einer 3wöchigen reise nicht soviel – die zugfahrten sind ein erlebnis aber brauchen seine zeit. für eine strecke von ~760km (von kochi nach margao) saßen wir 15 stunden im zug. die stationen der reise auf google maps.

war jedenfalls wieder eine eindrucksvolle reise und sicher nicht meine letzte nach indien.

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der umgang mit müll in indien

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bei indien kann ich schnell ins schwärmen geraten. ein so großes, buntes, facettenreiches land, freundliche menschen soviel zu entdecken. nur eines mag ich gar nicht verstehen: der umgang mit müll.

zum beispiel war da ein freundlicher rikshafahrer. verhandlungsbereit, einigung auf den deal. aber warum ich immer noch ganz fest meine leere plastikwasserflasche in der hand halte hat er nicht verstanden. er war so freundlich und hat sie entsorgt: ab in den strassengraben.

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oder eine zugfahrt: aufstehen im schlafwagen. das frühstück wird in kleinen behältnissen ausgeteilt. wie im flugzeug. dazu gibts chai oder kaffee, obst, nüsse, säfte, es fehlt an nichts. gegenüber eine familie mit 4 kindern. es wird aufgegessen, und jeder wirft nach und nach den müll aus dem fenster. der blick nach draußen: entlang der schienen ein kleiner müllteppich, und dass in der schönsten grünen landschaft quer durch kerala.

und dann noch die mobilen müllverbrennungsanlagen. egal ob stadt oder dorf. kein tag vergeht an dem du nicht irgendwo rauchschwaden aufsteigen siehst. meistens ist es keine grillerei oder wärmendes feuer. sondern einfach müll der angezunden wird.

und dann noch das deprimierendste: im wildlife sanctuary park, der sogar beschildert ist mit warnungen wie “wer hier müll lässt zahlt hohe strafen kommt ins gefängnis”. trotzdem nach 2h wandern noch plastikflaschen im dschungel.

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mülleimer habe ich gesehen, aber sie bleiben eine seltenheit. indien hat hier noch einiges an verbesserungspotential. ich nehme an es gibt nur in den großstädten eine halbwegs funktionierende müllentsorgung. verwunderlich ist das ganze weil kerala oder goa auch mit eco-tourism ihr geld verdienen, und es finden sich auch laufend hinweise darauf dass das thema ein anliegen ist.

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wie rigide vorschriften aber kommuniziert und umgesetzt werden lässt sich vielleicht am umgang mit nichtraucherinitiativen ablesen: bei jeder raucherszene im film wird eingelbendet “smoking can harm you and your …”, egal ob im kino oder TV. in lokalen auch schon mehrmals ein schild mit “smoking is an offense here” gesehen. und rein subjektiv raucht auch kaum ein inder hier, oder zumindest wesentlich weniger als beim meinem ersten besuch in indien 2008. vielleicht ändert sich der umgang mit dem müll auch sehr schnell, wenn die passenden vorschriften auch ähnlich stark umgesetzt werden. aber müll ist in indien wohl immer noch eines der kleineren probleme.

anfängerfehler beim rucksackreisen

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1x pro rucksackurlaub begehe ich den gleichen fehler: nach einer langen zug- oder busfahrt überhastet in ein budget hotel einchecken dass sich als ganz anders als versprochen entpuppt. vorher gibts nur noch einen wunsch: den tag mit einer heißen dusche in einem sauberen bad beenden.

so geschehen auch diesmal wieder in indien. müde und geschlaucht angekommen nach einer 7h busfahrt von kumily nach kochi. frontrow bei einer waghalsigen berg und talfahrt. alleine vom im sitz halten müde. in kochi völlig fertig nur noch im lonelyplanet die kategorie budget but clean gecheckt. diese eine die passen würde ist meistens voll und von dieser weiterhanteln.

erster fehler: dem tuktuk fahrer vertrauen und sich seine empfehlung ansehen (anstatt einfach selbst den rucksack rauf und die straße entlang)

i have very good room for you. you from? ahhh australia nice country

zweiter fehler: sich von einem werbefolder täuschen lassen. schöne bildchen. schaut nach executive lounge aus. der eingangsbereich des hotels ließe zumindest vermuten: hier bemüht sich wer. preis lässt vermuten dass ist gar nicht mehr budget, sondern schon mittelklasse!

dritter fehler: das zimmer nicht ansehen. weil die lobby ist ja ok.

vierter fehler: baranzahlung des zimmers. der typ an der rezeption weiß genau: wenn du erstmal deposit gezahlt hast und deinen pass zur kopie an der rezeption abgegeben hast gibts kein zurück mehr.

das zimmer war dann so: dreckig und grausig. flip flops besser nicht ausziehen. nirgends. die badezimmertür aufmachen: gestank wie auf einer öffentlichen (indischen) bahnhoftstoilette. staub überall. handtuch das mal weiß war. klimaanlage ging nur vollgas auf 19 grad oder gar nicht.

gut. gehen wir uns beschweren. die aufzugstür geht auf. ich schreite zur lobby und der rezeptionist grinst mich schon von der weite an. ich bringe alles an: dirty and old room, rusty, stinks, not clean, not whats on your picture. blablabla. two options: half price or a better room. es folgt: das typische indische janein kopfschütteln mit einem dicken lächeln. ah. yes i understand you. sorry. all rooms look the same. ich beschwere mich deutlicher. dann wieder: lächeln und kopfschütteln. mehr ging da nicht.

zurück aufs zimmer. sauer auf mich selbst. statt warmer dusche einen schluck aus der notfalls-reise-whiskeyflasche. und noch einen. noch einen. rein in den hüttenschlafsack. hoffentlich einschlafen.