erich kästners „drei männer im schnee“

erich kästner - drei männer im schnee (1934)
erzählung, erstveröffentlicht 1934, 180 seiten

erich kästner ist vielen nur als autor von jugend & kinder literatur (das fliegende klassenzimmer, emil und die detektive) bekannt, er schrieb aber auch romane und erzählungen für erwachsene.

neben fabian, seinem erfolgreichsten roman, hab ich jetzt auch drei männer im schnee gelesen, und schon lange nicht mehr soviel gelacht:

der konzernchef eduard und der arbeitslose reklamefachmann fritz nehmen an einem preisausschreiben teil und gewinnen einen erholungsurlaub in den alpen. eduard möchte unbekannt bleiben und lässt stattdessen seinen diener johann als wohlhabenden (chef einer schifffahrtslinie) einchecken, er selbst hingegen im lumpenoutfit eben einfach nur als gewinner eines preisausschreibens. die tochter  von eduard hat angst um das wohle ihres vaters und benachrichtigt das hotel: der im lumpenoutfit ist eigentlich generaldirektor und millionär, bitte behandelt ihn ordentlich. blöd nur dass beim checkin ein durcheinander ensteht und der reklamefachmann fritz für den millionär gehalten wird. der hat sich schon auf schlechte behandlung eingestellt, landet in der suite, bekommt massagen am zimmer und es fehlt es an nichts. konzernchef eduard wird in die oberste dachkammer verfrachtet und ist mit diesem umstand erstmal ganz zufrieden, natürlich hat der das spielchen seiner tochter durchschaut. reklamefachmann fritz, von der hotelbelegschaft hofiert, johann, eigentlich diener aber gehalten für einen generaldirektor, und eduard, für einen lump und schnorrer gehalten, freunden sich an, ohne den irrtum zu klären. mit einer flasche cognac und dem bau eines schneemanns  beginnt ein unterhaltsames verwirrspiel.

owen king / neues buch von stephen king

von stephen kings büchern hab ich noch keins gelesen, mir sind nur ein paar verfilmungen vage in erinnerung, außer shining mit crazy jack nicholson. es gibt jetzt einen neuen roman von king, tausend seiten dick, rund um das kennedy attentat. zu diesem anlass gibts in der aktuellen spiegel ausgabe ein interview mit king.

im interview spricht king über seine überwundene alkohol und kokainsucht („ich gehe noch immer wöchentlich zu den AA treffen“). auch die geschichte zum beginn seiner karriere findet sich im interview nochmals. stephen king hatte seinen ersten roman carrie schon in die mülltonne bugsiert, als seine frau diesen herausfischte und für gut befand. obs genau so war oder nur so ähnlich – es erzählt sich gut. interessanter fand ich kings ansage dass er in einer familie voller rechtsaußen republikaner aufwuchs. die idee zum jetzt neuen roman hat king schon 40 jahre im kopf, aber erst durch den versprühten optimismus und begeisterung, ausgelöst durch obama (was ist davon jetzt noch da?), hat er nun das buch geschrieben.

das hat mich an den roman der wahre präsident von amerika (2006) von kings sohn owen erinnert, den ich vor ein paar jahren gelesen hab. owen king schreibt keine horrorgeschichten (anders als der andere king sohn joe hill).
der plot: das jahr 2000, george bush junior und dessen sieg über al gore nach einigem hickhack bei der stimmauszählung, und wie sich das in die welt des 15 jährigen george auswirkt. der großvater von george, bekennender demokrat und ehemaliger gewerkschafter, hat im garten ein schild aufgestellt: al gore, der wahre präsident von amerika. eines tages wird die tafel von einem unbekannten beschmiert und ein kleinkrieg beginnt – der 15 jährige george wird mit hineingezogen. kurzweiliger roman mit überraschendem ende.

kulturnews.de

Das ländliche Amerika ist der Hort des Bösen: geifernde Republikaner, wiedergeborene Christen, Schwulenhasser. Kennen wir alles, und kennt auch der 15-jährige Kleinstädter George. Eigentlich beschäftigt ihn aber anderes, zum Beispiel das Erwachsenwerden, ein Rätsel namens Sexualität und sein krebskranker, inkontinenter Großvater. In seinem Roman und den vier angehängten Erzählungen stellt Owen King unserem klischeebeladenen Amerikabild eine sensible Coming-of-Age-Geschichte gegenüber. P. S.: Owen ist Sohn des Auflagenkönigs Stephen King. Macht aber nichts – verkaufsfördernde Familienhilfe hat er gar nicht nötig. (arm)

karriere und macht

wer sich für karriere im großkonzern interessiert, und gegen welche art von managern er sich durchsetzen muss, dem sei das buch „der kleine machiavelli“ von peter noll und rudolf bachmann empfohlen. in dem büchlein werden die grauen mäuse und bunten vögel beschrieben, und wer wann warum bei einer beförderung bevorzugt behandelt wird. außerdem auch, wie du zuerst manager, dann vorstand, dann generaldirektor und schließlich in den aufsichtsrat kommst. für ganz ehrgeizige gibts auch ein kapitel „wie werde ich eigentümer“.

jeder, der sich mit grauer business literatur zum thema strategisches management beschäftigt hat, oder selbst in einem großkonzern tätig ist, findet in diesem buch einen bericht aus der praxis.

schon lange nicht mehr so gelacht.

zum lesen

komme ich ja viel zu wenig. aber rund um weihnachten wird sich das wieder öfter ergeben.

folgendes habe ich kürzlich gelesen und kann ich nur empfehlen, falls du zu weihnachten bücher schenken möchtest:

von ian mcewan lese ich gerade amsterdam. der roman handelt von einem chefredakteur einer zeitung mit schlechter auflage, einem erfolgreichen komponist und einem außenminister, der komische sexuelle vorlieben hat. das buch fesselt mich richtig und ist zugleich das dritte buch von ian mcewan, das ich verschlinge. über die sz bibliothek hab ich den autor zufällig kennengelernt, der zementgarten zum einstieg (das ist kein buch für unter den christbaum). dies war der erste roman und wurde schon verfilmt, wenn ich mich nicht irre war mcewan um die 25 bei veröffentlichung. weiters empfehlen kann ich liebeswahn, eine verrückte geschichte über einen stalker, der einem scheinbar glücklichen paar in london das leben zur hölle macht. der verfolgte findet jedoch wenig verständnis bei seiner freundin und die beziehung scheint in die brüche zu gehen.

abbitte, der wohl erfolgreichste roman von mcewan, hat mich im ersten anlauf nicht sonderlich begeistert. die verfilmung läuft ja gerade in den kinos und laut meiner mutter ist diese traumhaft gelungen. das buch bekommt bei mir rund um weihnachten noch eine chance.

ian mcewan hat vor allem im letzten jahr stark an popularität gewonnen, ist derzeit in jedem buchprospekt drin. in blogs findet sich einiges.

ebenfalls hoch im kurs steht bei mir leon de winter, kürzlich gelesen: malibu. ein gescheiterter hollywood drehbuchautor verliert seine tochter an deren 17. geburtstag, soll danach diesen schicksalsschlag verarbeiten aber zugleich im auftrag für den israelischen geheimdienst mossad einen verdächtigen aushorchen.

alle hier erwähnten bücher sind als taschenbuch erhältlich :)

spannende lesestunden…