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deichkind war mal hip hop

dreimal hab ich deichkind jetzt live gesehen: 2005 im rahmen von fm4 on tour in salzburg, da bestand die show noch darin in müllsäcken auf couchen herumzuhüpfen. das zweite mal vor 2 jahren am donaufestival in krems, aber da nur das letzte drittel der deichkind theatershow. und jetzt vor kurzem zum dritten mal in der wiener stadthalle – also ein guter querschnitt über die entwicklungsschritte der band.

deichkind hat die hymne für die generation download releast und füllt damit jetzt konzerthallen. geschickt gemacht: von den indie bühnen und deutschem hip hop weg mit den aufreger tracks übers system, damit füllen sich jetzt konzerthallen und wird ordentlich geld gemacht. illegale fans sind bei dieser dimension kein problem mehr. deshalb hab ich mir nur das konzertticket geleistet und das album über die piratenbucht gezogen. ich denke dass ist auch im sinne von deichkind.

deichkind hat jetzt den superstar status im deutschsprachigen raum und füllt die stadthalle, hat die besseren mitschrei & stampflieder und eine recht aufwendige bühnenshow, ohne die der live auftritt wohl extrem langweilige wäre – weil die musik vollständig aus der konsole kommt. das publikum ist nicht so ganz mitgewachsen mit der band, dass ist gleich jung geblieben oder jünger geworden.

merkst du daran dass deichkind sagt “macht das zeichen” und tausende leute “machen das zeichen”, oder gehen nach anweisung brav in die hocke – befremdlich. ich war so mutig und blieb stehen, bis ich ermahnt wurde. dabei entstand dieses foto.

lange bevor die schreilieder in kombination mit bühnenshow programm waren, und MTV noch ein musiksender war, hat deichkind hip hop produziert, wer deutschen hip hop mag soll beim album bitte ziehen sie durch zugreifen. ganz in deichkind manier gibts – ganz legal – das album zum durchhören auf youtube.

band to watch: johann sebastian bass

1x im monat findet die dogdisco im loop statt: das monatlich stattfindende event zur förderung österreichischer bands. die dogdisco feierte gestern ihr 4jähriges bestehen.

die band des abends war johann sebastian bass: super clubtanzmusik – johann sebastian bach trifft elektro, techno, krautrock, und vor allem viel bass.

was haben Air und Deichkind gemeinsam?

beide haben ein tolles neues album veröffentlicht, aber sonst nicht viel.

AIR  - a trip to the moon: ist super für einen sonntag vormittag zu frühstück und zeitung.

Deichkind – befehl von ganz unten: ist perfekt für einen montag vormittag, passend zum motto endlich wieder arbeiten.

jacques greene EP – breakbeat/dupstep/house

Jacques Greene - Concealer

jacques greene concealer EP released auf vase 31.1.2012

gestern im whatpeopleplay newsletter entdeckt: jacques greene. producer von breakbeat, dubstep, house im ambient style aus montreal.
hat seine erste single im november 2010 released und jetzt ende jänner eine erste EP mit 4 tracks. die hab ich mir gekauft und läuft seither auf dauer rotation.
es gibt genug zum online reinhören auf soundcloud oder youtube (am laptoplautsprecher kommt das ganze nicht gut rüber).

dokutipp: ibiza occident – früher war alles anders (besser)

ich hatte eigentlich gar nicht vor mir die doku anzusehen, der trailer hat mich eher abgeschreckt, der vermittelt das bild von 80 minuten lang partyaufnahmen, viel fleisch  bunter feieranten mit den händen in der höhe. gut, das wetter war aber danach und dann war ich schnell überredet.


“die leute tanzen nicht mehr, sie reißen nur die hände in die höhe”  (pacha gründer ricardo urgell)

und: die doku präsentiert 9 verschiedene persönlichkeiten die die entwicklung der insel ibiza über die letzten jahrzehnte mitgemacht haben. clubbesitzer, djs, musiker, produzenten. bis auf eine ausnahme nicht die internationalen superstars, sondern personen die auf ibiza einen mehr oder weniger festen wohnsitz haben. und die zeichnen dann das bild einer insel die sich von einem ruhigen ort, an dem in den 80ern enstpannt gefeiert wurde, ein club noch resident djs beschäftigte, hin zu einer oberflächlichen internationalen jet set hipster partyinsel mit programm für 24×7 entwickelt hat, die sich auch nicht jeder leisten kann und viel vom ursprünglichen flair verloren hat. dabei bleibt die doku schön zugänglich für ein breites publikum, es ist keine doku für musiknerds die hoffen zu erfahren in welchem club welcher dj wann seinen durchbruch hatte, sondern simpel für interessierte an musik, clubkultur und eben ibiza. der film läuft im topkino und 3 weiteren.

musik im film:

second hand laden für mp3s

das startup redigi (artikel im aktuellen debug) möchte sowas wie ein ebay für mp3s aufbauen. wenn bei ebay ja meist physische artikel den besitzer wechseln kann sich darunter jeder was vorstellen. wie soll das bei mp3s funktionieren? indem du dir eine client software installierst die, negativ gedacht, als DRM spyware funktioniert, positiv gedacht dir hilft deine mp3s zu verwalten und zu veräußern.

die software stellt sicher (derzeit nur in den USA verfügbar) dass du der rechtmäßige besitzer der mp3s bist und nicht kopien dieser hortest. klingt irgendwie stimmig. warum sollte ich meine über die jahren käuflich erworbenen mp3s, die eh nur platz brauchen und nie gehört werden, nicht zu geld machen. andererseits sind die margen wohl gering: ein kauf mp3 kostet EUR 0,99 – 1,99, und kann es dann auf redigi um bspw 0,79 $ reinstellen, an mich gehen nur 0,39 $, da bleibt also nicht viel. da müsste ich schon mp3 sammlungen anbieten können, bspw “gut sortierte indie tunes, 1000 mp3s um EUR 500″ oder so… während eine rare schallplatte im wert steigt, mein vater hat einige die 70-150 EUR wert sind, wird das bei mp3 wohl nicht so aufgehen. wird ja nicht knapp das zeug!

die musikindustrie bereitet natürlich schon klagen vor, wieder ein service bei dem sie nicht mitschneiden können! aber solange jeder seine mp3s lokal hortet und noch nicht in die cloud geladen hat, hat das service wohl noch keine chance. später könnte dass sicher eine logische erweiterung für die großen musikstores sein, etwa apple itunes, google music oder amazon, die das geschäft für second hand mp3s dann selbst anbieten wenn ich das zeug auch ursprünglich bei ihnen gekauft hab und ihren cloud services abgelegt hab. aber vielleicht will redigi eh nur von einem der großen player gekauft werden!

sommerlektüre debug mag für juli/august

das debug magazin der juli / august ausgabe ist wieder mehr nach meiner nase geschrieben als die letzten paar. ich bin noch nicht ganz durch, aber hier mal ein paar links + storys daraus.

digitale gesellschaft
die coverstory ist zwar nicht recht dick, aber das kurzinterview mit geert lovink (institut of network cultures amsterdam) zum umgang von politik und gesellschaft mi digitalen medien ist sehr gut.

Wir müssen in Bezug auf digitale Medien aufhören, über die Zukunft zu reden. Das ist mittlerweile zur schlechten Gewohnheit geworden. In den neunziger Jahren hatte das noch Sinn gemacht, doch jetzt leben wir schon mitten in dieser Zukunft. Wir brauchen also keine Visionen mehr, davon gibt es derzeit mehr als genug.

das interview ist auf geert’s blog zu lesen. auch lesenswert  ein alter debug artikel mit lovink aus 2008 zu seinem buch zero comments.

“Missionary Church Of Kopism”

* All knowledge to all
* The search for knowledge is sacred
* The circulation of knowledge is sacred
* The act of copying is sacred.

der versuch eine religion mit dem glauben an freies kopieren zu etablieren – so haben ein paar findige aus schweden versucht das copyright dilemma zu beenden, die forderungen der piratenpartei gehen ihnen nicht zu weit, aber erstmal wurde die religion vom staat nicht anerkannt!
den versuch gibts ja immer wieder, so hats auch dieser mann in colorado probiert bei einem anderen thema.

neue musik von john tejada

john tejada, am bekanntesten für seine “hits” sweat on the walls und paranoia hab ich wirklich schon ewig am radar. die neue platte und der musiker im porträt! die debug platte des monats gibts über zero” übrigens günstiger, erschienen auf kompakt, nicht seinem eigenem label palette recordings. 12 tracks um € 8!
track aus dem neuen album – the mess and magic

das komplette inhaltsverzeichnis gibts hier, debug kostet 4€ und gibts in der gut sortierten trafik.

die red hot chili peppers story

2005 gekauft und nach 20 seiten erstmal beiseite gelegt, die autobiographie von anthony kiedis, lead sänger der red hot chili peppers. jetzt nochmal probiert und hellauf begeistert.

für eingefleischte RHCP fans: das zufällige entstehen der band, zerwürfnisse, gigs vor 30 leuten, der erste plattenvertrag, der aufstieg und gigs in ausverkauften stadien.

und vor allem: anthony kiedis, ein wunder dass er 20 jahre alt geworden ist. erster joint mit 10, heroin mit 14, vater teilzeit-dealer, sporadischer diebstahl, … aber auch: einserschüler, kinderschauspieler in hollywood, talentierter sänger und texter, ehrgeizig und 120% bei allem. einfach blood, sugar, sex, magik.

Schon seit drei Tagen ballerte ich mir mit Mario, meinem mexikanischen Dealer, Koks in die Venen, als mir unser Auftritt in Arizona einfiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Band, die Red Hot Chili Peppers, erst ein Album herausgebracht, und wir waren eigentlich auf dem Sprung nach Michigan, um dort unser zweites Album aufzunehmen.
….
Nur, dass ich total im Eimer war. Das war ich eigentlich immer, wenn ich nach Downtown L.A. fuhr und mich mit Mario traf.

das buch ist aber nicht nur für RHCP fans interessant, sondern bietet außerdem einen breit gefächerten einblick in die musik- und clubszene des L.A. der 70er und 80er. welche clubs und bands waren auf der melrose avenue angesagt, und wer im musikbiz hat die band auf ihrem weg von anfang an unterstützt (von nina hagen bis george clinton).

Der Sunset Strip war in den frühen Siebzigern die Lebensarterie, die durch West Hollywood verlief. Die Leute verstopften in einer Tour die Straße, indem sie zwischen den besten Clubs der Stadt hin und her pendelten. Es gab das Whisky a Go Go und das Filthy McNasty’s. Zwei Häuserblocks vom Whisky entfernt gab es das Roxy, ein weiterer Club mit Livemusik.

Es war schwer, mich davon zu überzeugen, dass wir nicht auf großem Fuße lebten, vor allem an den Wochenenden, wenn mein Vater mich in die Clubs mitnahm, wo er als Lord of the Sunset Strip bekannt war.

spannendes buch für fans der band oder musik- und L.A. interessierte!

animal collective in wien

am 23.5. in der arena, € 30

I was getting bad vibes but then i changed to this song. Good vibes

musik fürs lange wochenende

musikalischer input für die nächsten tage:

am morgen: leiser beach house im hintergrund während dem frühstück. aktueller de-bug podcast “beach house 2009” – als on demand oder download verfügbar.

schwerfällige/düstere beats bei schlechtem wetter: sub.fm bringt dub / dupstep / garage.

vor dem ausgehen: dj set von anja schneider mit treibenden minimal house tracks – auf play.fm on demand!