the americans – sehenswerte TV serie: spionage zur zeit des kalten kriegs

the-americans

wer die verordnete tv-serien-schau-pause übern sommer nicht  akzeptieren  will (mit game of thrones ist es jetzt erstmal vorbei), der kann zu the americans  greifen.

die story: zeit des kalten kriegs in den USA in den 80ern.  die hauptdarsteller: ein KGB Pärchen, das den perfekten amerikanischen haushalt simuliert, inkl. 2 kinder als happy family. ein FBI beamter, der ausgerechnet gegenüber einzieht und jede menge maulwürfe, abhöranlagen, kopierte dokumente und natürlich  plötzlich auftauchende leichen. dazu noch jede menge beziehungsprobleme – das KGB pärchen weil es eigentlich ja keines ist, sie sind ja nur vom KGB zusammengebracht worden. und der FBI chefermittler beginnt eine affäre mit dem maulwurf vom KGB.

das ganze nimmt in staffel 1 gleich an fahrt auf und bringt allerhand rasanter wendungen (das ist die allereinzigste ähnlichkeit zu game of thrones, das jede menge leute abgemurkst werden von denen man meinen könnte die bleiben der serie länger erhalten). auf IMDB bekommt die serie derzeit eine 7.9, und das gibt’s ja nicht so oft. erschienen ist bis jetzt die erste staffel, eine zweite  in produktion

das ganze passt thematisch zur ganzen PRISM affäre – ist eine reise  in eine andere zeit, als geheimdienste nur „vor ort“ oder zumindestt nah dran sein mussten, und menschen noch einen  ziemlichen aufwand betrieben haben privates geheim zu halten.

PS: ich würde auch gern die offizielle serienpage von FX Networks verlinken – aber da geht in europa nicht mal die website dazu, geschweige denn einer legalen streaming möglichkeit.

fx networks

owen king / neues buch von stephen king

von stephen kings büchern hab ich noch keins gelesen, mir sind nur ein paar verfilmungen vage in erinnerung, außer shining mit crazy jack nicholson. es gibt jetzt einen neuen roman von king, tausend seiten dick, rund um das kennedy attentat. zu diesem anlass gibts in der aktuellen spiegel ausgabe ein interview mit king.

im interview spricht king über seine überwundene alkohol und kokainsucht („ich gehe noch immer wöchentlich zu den AA treffen“). auch die geschichte zum beginn seiner karriere findet sich im interview nochmals. stephen king hatte seinen ersten roman carrie schon in die mülltonne bugsiert, als seine frau diesen herausfischte und für gut befand. obs genau so war oder nur so ähnlich – es erzählt sich gut. interessanter fand ich kings ansage dass er in einer familie voller rechtsaußen republikaner aufwuchs. die idee zum jetzt neuen roman hat king schon 40 jahre im kopf, aber erst durch den versprühten optimismus und begeisterung, ausgelöst durch obama (was ist davon jetzt noch da?), hat er nun das buch geschrieben.

das hat mich an den roman der wahre präsident von amerika (2006) von kings sohn owen erinnert, den ich vor ein paar jahren gelesen hab. owen king schreibt keine horrorgeschichten (anders als der andere king sohn joe hill).
der plot: das jahr 2000, george bush junior und dessen sieg über al gore nach einigem hickhack bei der stimmauszählung, und wie sich das in die welt des 15 jährigen george auswirkt. der großvater von george, bekennender demokrat und ehemaliger gewerkschafter, hat im garten ein schild aufgestellt: al gore, der wahre präsident von amerika. eines tages wird die tafel von einem unbekannten beschmiert und ein kleinkrieg beginnt – der 15 jährige george wird mit hineingezogen. kurzweiliger roman mit überraschendem ende.

kulturnews.de

Das ländliche Amerika ist der Hort des Bösen: geifernde Republikaner, wiedergeborene Christen, Schwulenhasser. Kennen wir alles, und kennt auch der 15-jährige Kleinstädter George. Eigentlich beschäftigt ihn aber anderes, zum Beispiel das Erwachsenwerden, ein Rätsel namens Sexualität und sein krebskranker, inkontinenter Großvater. In seinem Roman und den vier angehängten Erzählungen stellt Owen King unserem klischeebeladenen Amerikabild eine sensible Coming-of-Age-Geschichte gegenüber. P. S.: Owen ist Sohn des Auflagenkönigs Stephen King. Macht aber nichts – verkaufsfördernde Familienhilfe hat er gar nicht nötig. (arm)

kritik: homeland staffel 1 – neue US TV Serie

homenaldmit homeland ist eine neue US-serie am start die sich dem thema

CIA und terrorabwehr 10 jahre nach 9/11

widmet. die erste staffel hab ich glatt in nur einer woche runtergerattert, und dass ist mir schon lang nicht mehr passiert, somit bei mir ein qualitätskriterium.

worum gehts?

das CIA weiß von einer schlafenden terrorzelle, aber kratzt nur ganz an der oberfläche. nach der rückkehr von einem US marinesoldaten, der ganze 8 jahre von al-qaida in gefangenschaft gehalten wurden, wird die FBI agentin carrie mathison (gespielt von claire danes)  misstrauisch: warum darf der marinesoldat  nicholas brody (gespielt von damian lewis) unversehrt zurückkehren, während sein mitgefangener marine kollege hingereichtet wurde. sie ist davon überzeugt dass brody von al-qaida mithilfe foltermethoden und gehirnwäsche umgedreht wurde und jetzt für die terroristen arbeitet.

die ersten episoden

saul and carriedie äußerst labile CIA agentin carrie mathison überzeugt ihren mentor saul (mandy patinkin) von ihrem verdacht und darf den marinesoldaten brody für 4 wochen rundum die uhr überwachen. mithilfe mikros und kameras wird das ganze haus überwacht. nur leider passiert in diesen vier wochen gar nichts verdächtiges, oder nichts was außerhalb der norm wäre. von zeit zu zeit tickt brody aus und wird von albträumen heimgesucht. dass ist für einen marine der 8 jahre in gefangenschaft war und einiges an folter hinter sich hat wohl ein völlig normales trauma.

brody and carrieder zuseher aber weiß mehr: der einzige raum den das CIA nicht überwachen kann ist die garage, und ein marinesoldat, der als kriegsheld gefeiert wird, aber heimlich in seiner garage den teppich ausbreitet um gen mekka zu beten, das passt so gar nicht ins bild eines patriotischen kriegshelden. dass weiß die CIA agentin nun allerdings nicht und die überwachung wird abgebaut. aber unbeirrbar ermittelt sie nun weiter, aber auf ihre art, indem sie eine affäre mit dem marine startet. dass stellt sich später noch als verhängnisvoll heraus und bringt ordentlich spannung rein. ein katz und maus spiel beginnt…

bei der hälfte der ersten staffel heißt es erstmal durchhalten, zeit zum gähnen bei ein paar mittelmäßigen folgen. die übliche portion beziehungsdrama wurde mit reingepackt, und für versierte serien seher hätten sich die drehbuchschreiber mehr einfallen lassen müssen. richtig fahrt nimmt das ganze wieder gegen ende auf. der größte beitrag kommt von claire danes als manisch depressive CIA agentin, sie ist für mich die herausragende figur in der ersten staffel.

der ganz große serien-hit ist homeland in staffel 1 noch nicht, aber sehr vielversprechend. wer verschwörungstheorien mag, sich für die USA und deren politik interessiert kommt sicher auf seine kosten.

staffel 1 lief auf showtime von oktober bis dezember. ob und wann die serie im deutschen fernsehen zu sehen sein wird bleibt abzuwarten. die dvd box sollte in kürze auch bei uns bestellbar sein.

trailer:

american passages – ein must see für USA interessierte

photo von meinem seattle aufenthalt im sommer 2011.

mit den USA verbinden wir derzeit: kriegsdebakel in afghanistan und irak, immobilien-, finanz-, wirtschaftskrise, teaparty und erzkonservative, enttäuscht von obama uvm.

die dokumentation american passages (österreich, 2011, 120min)  ist

Ein vielschichtiger blick auf die Widersprüche der USA
– Der Standard

und zeigt auch das funktionierende multikulti und den starken glauben an den american dream.

wahrscheinlich für jeden USA interessierten ein muss. bin schon gespannt!

kinos und beginnzeiten für österreich.

trailer

fair game

nachdem jetzt eine welle an dokus zu 9/11 ansteht ist das vielleicht auch eine möglichkeit nochmals an die gründe für den krieg gegen den irak zu erinnern, nämlich der angebliche besitz von massenvernichtungswaffen und ein atomwaffenprogramm, beides längst als lüge bestätigt.

genau damit beschäftigt sich der film fair game aus 2010, auf den ich erst kürzlich aufmerksam geworden bin. der auf der biographie der CIA agentin valerie plame wilson basierende film führt vor wie das weiße haus druck auf CIA ausgeübt hat um auf jeden fall beweise für massenvernichtungswaffen im irak herbeizuschaffen. spannender polit thriller u.a. mit sean penn.

US drohnenangriffe: von 530 toten waren 14 terroristen (2004-2009)

fotoreporter Noor Behram (Al-Dschasira) hält mit der kamera fest was die US drohnen unter zivilisten anrichten, und in kürze öffnet in london eine ausstelung mit seinen bildern. damit berichten auch die großen medien wiedermal über den unsinnigen einsatz von drohnen und die hohen opferzahlen.

„Ich schätze, dass auf einen getöteten Extremisten etwa 15 tote Zivilisten kommen.“

Hamid Mir hat dazu aber noch schlimmere zahlen für den zeitraum 2004 – 2009 parat (interview on youtube):

From 2004 to 2008 there were 34 drone attacks in Pakistan, and from 2008 to march 2009 there were 46 drone attacks in Pakistan. In total 80 drone attacks between 2004 to march 2009. 513 people were killed, out of those 513 about 14 terrorists were killed, the rest were innocent people.

als Obama 2008 die wahl gewann wurde in AfPak gejubelt. eine seiner ersten amtshandlungen war die drohnenangriffe zu intensivieren, um weniger zivile opfer zu haben. in wahrheit wird dabei nur die US army geschont, nicht die bevölkerung von AfPak.

The programme of drone strikes was ramped up under the Obama administration. Last year saw the greatest number of attacks, 118, while there have been 45 so far in 2011, according to a tally kept by the New America Foundation, a thinktank based in Washington.

(Guardian)

podcast: schonungsloser irak/afghanistan bericht

Radio Open Source with Christopher Lydon

nir rosen, unabhängiger journalist aus NY (nicht auf der gehaltsliste von NYT oder CNN), zeichnet ein hoffnungsloses bild vom kampf der USA im irak und afghanistan. sehr hörenswerter podcast für interessierte an der US außen-/kriegspolitik.

success is meaningless in a civil war. first we (the US) destroyed iraq, we then tried to reduce the damage we created in the first place. we called that success and moved on to afghanistan.