vinyl kaufen und mp3 gratis dazu

hot chip - in our heads vinyl
hot chip – in our heads vinyl

für den sammler ist digitalmusik nicht so das wahre, nichts im regal zum stöbern, der digitale coverflow ersetzt das nur schwerlich. aber einfacher ist es natürlich eine große mp3 sammlung an eine anlage anzuschließen. bei vielen platten liegt deshalb immer öfter ein gutschein dabei der den download der digitalversion der platte erlaubt. sehr praktisch. kein upselling-versuch mit dem mp3 verkauf, sondern eine belohnung weil die platte gekauft wird.

wan kommt das für bücher?

technics turntable als wertanlage

bei der suche nach einer plastikabdeckung für einen meiner technics plattenspieler bin ich über die bereits alte nachricht gestolpert dass panasonic die  produktion der legendären direct drive turntable serie technics 1210 (und seine abwandlungen davon) nach 35 jahren in 2011 eingestellt hat. der meist als „1210er“ genannte plattenspieler hat sich die letzten 30 jahre als standardgerät in discos und clubs etabliert. oft kopiert aber niemals erreicht  wurde die qualität der unzerstörbaren 1210er, es gibt und gab schon immer einen großen gebrauchtmarkt für die plattenspieler von technics und alle ersatzteile rundherum. eine treue community schwört auf die geräte von panasonic.

ich hab mir vor rund 3 jahren 2 technics noch um 500 EUR gekauft (was damals schon ein absoluter glücksgriff war, einer davon war reparaturbedürftig), jetzt gibt es noch ein paar neue exemplare, aber eigentlich unleistbar. bei einem ursprünglichen neupreis ab 450 EUR für einen, sind die preise seit produktionsende auf ganze 850 bis 1000 EUR gestiegen. es ist anzunehmen dass das noch lange nicht das ende ist und der preis weiter nach oben klettert (auch für die gebrauchten) über die nächsten 20 jahre, geizhals zeigt folgenden preisverlauf über den zeitraum von 1 jahr für neue geräte:

für musiknarren und vinyl besitzer in zeiten der krise eine top wertanlage. auf ebay lassen sich immer wieder gebrauchte günstiger ersteigern, der preis landet bei auktionsende meist knapp unter dem ursprünglichen neupreis. egal ob der 1210er dann 20 oder 5 jahre alt ist, er lässt sich erneut gebraucht um den gleichen preis verkaufen.

second hand laden für mp3s

das startup redigi (artikel im aktuellen debug) möchte sowas wie ein ebay für mp3s aufbauen. wenn bei ebay ja meist physische artikel den besitzer wechseln kann sich darunter jeder was vorstellen. wie soll das bei mp3s funktionieren? indem du dir eine client software installierst die, negativ gedacht, als DRM spyware funktioniert, positiv gedacht dir hilft deine mp3s zu verwalten und zu veräußern.

die software stellt sicher (derzeit nur in den USA verfügbar) dass du der rechtmäßige besitzer der mp3s bist und nicht kopien dieser hortest. klingt irgendwie stimmig. warum sollte ich meine über die jahren käuflich erworbenen mp3s, die eh nur platz brauchen und nie gehört werden, nicht zu geld machen. andererseits sind die margen wohl gering: ein kauf mp3 kostet EUR 0,99 – 1,99, und kann es dann auf redigi um bspw 0,79 $ reinstellen, an mich gehen nur 0,39 $, da bleibt also nicht viel. da müsste ich schon mp3 sammlungen anbieten können, bspw „gut sortierte indie tunes, 1000 mp3s um EUR 500“ oder so… während eine rare schallplatte im wert steigt, mein vater hat einige die 70-150 EUR wert sind, wird das bei mp3 wohl nicht so aufgehen. wird ja nicht knapp das zeug!

die musikindustrie bereitet natürlich schon klagen vor, wieder ein service bei dem sie nicht mitschneiden können! aber solange jeder seine mp3s lokal hortet und noch nicht in die cloud geladen hat, hat das service wohl noch keine chance. später könnte dass sicher eine logische erweiterung für die großen musikstores sein, etwa apple itunes, google music oder amazon, die das geschäft für second hand mp3s dann selbst anbieten wenn ich das zeug auch ursprünglich bei ihnen gekauft hab und ihren cloud services abgelegt hab. aber vielleicht will redigi eh nur von einem der großen player gekauft werden!

vinyl kills mp3 oder lang lebe vinyl

so wird es wohl doch nicht kommen, dass vinyl mp3 auslöscht, aber als ich das album give up von the postal service auf vinyl zum ersten mal aufgeklappt hab, ein weihnachtsgeschenk, ist mir sofort wieder klar geworden dass es eigentlich kein schöneres format gibt um das musikhören als erlebnis zu transportieren. seit der umstellung auf ein digital system in 2007 hab ich mir kaum noch platten gekauft und mich nur noch durch bunte coverbildchen geklickt. letztendlich horte ich viel mehr musik auf meiner festplatte, aber richtigen überblick habe ich nicht und beherrschbar ist es nur über die volltextsuche. die überall verfügbarkeit von mp3 entwertet das musikhören an sich. bei vinyl muss ich mir zeit nehmen zum hören.

the postal service weiß es die möglichkeiten in der gestaltung auszuschöpfen: das doppel vinyl album kommt mit einem heftchen mit songtexten, einem poster und wunderbar gestaltetem cover. mp3 wird zumindest in diesem punkt vinyl nie ersetzen können.


gehts der szene gut, gehts dem plattenladen gut

wenn das stimmen würde, hätte der black market nicht zugesperrt.

black market im ersten wiener gemeindebezirk hat seine tore geschlossen. als grund wurde in einer aussendung natürlich die digitale musik, downloader etc. genannt. dem wird wohl auch so sein, an meinem eigenen verhalten lässt sich das schön nachzeichnen. meine erste platte noch hab ich im blackmarket gekauft, lange bevor ich mich eigentlich mit elektronischer musik genauer beschäftigt hatte. es war „party on“ von zeroDB, eine house nummer mit wunderbarem saxophon teil. egal.

black market hatte super auswahl, drum and bass, techno, house, minimal, dub, etc. und auch eine stattliche CD sammlung, und vor allem immer gute beratung. dj’s, eine zeitlang bspw. slack hippy haben einem die neuesten releases in die hand gedrückt.

als online’r hab ich selbst sehr bald auf digitalen versandhandel umgestellt, ich kaufte nur noch auf www.decks.de. um zu wissen was läuft hab ich mir die für mich wichtigsten label newsletter abonniert (decks.de sollte auch einen digital store anbieten).

das lief eine zeitlang parallel mit dem offline einkauf im cheap records store im museumsquartier (auch schon länger zugesperrt), und ab und an kaufte ich auch bei 33/45 – den scheints immerhin noch zu geben.. später war ich noch öfter im friendlyhouse, gibts auch noch.

mit der umstellung im sommer auf traktor scratch kaufe ich zu 100% nur noch online, platten lass ich mir nur noch schenken ;)

der digital music store von blackmarket soll allerdings nach der insolvenz bestehen bleiben (info auf der website). ich wünsche hier guten erfolg und ich möchte bald mal in wien online kaufen. es gibt auch online schon einige große player, bspw. beatport.com oder bleep.com, und ich kenne wohl nur einen kleinen ausschnitt von dem, was es schon gibt…

meldung zum black market closing im standard

beatport sync… und gedanken zu beatport.com

beatport sync ist ein player von native instruments, in zusammenarbeit mit beatport.com veröffentlicht, er ist gratis herunterzuladen.

was macht das teil?

synchronisieren von tracks, sprich, übergänge über die software im takt anpassen, ohne mischpult und turntables an den pc zu hängen. auflegen damit ist also unmöglich, aber für die private geburtstagsfeier ausreichend, sozusagen ein konkurrent für BPM studio, was das core feature der synchronisation betrifft. die bedienung mit der maus des faders ist allerdings sehr mühsam…

der player ist für laien gedacht, die ein wenig rumspielen wollen. mit dem großen bruder traktor scratch hat es nichts zu tun. für beatport eine möglichkeit auf die clients zu kommen, um noch mehr leute mit der shopping plattform beatport.com zu bedienen.

native instruments ist geldgeber für beatport.com, daher kommt die initiative. beatport.com expandiert derzeit sehr kräftig. unter dj’s im elektronik bereich führt nach dem umstieg auf eine digitale dj-lösung kein weg an beatport.com vorbei, die alternativen können mit der masse des angebots von beatport.com kaum mithalten. beatport.com bietet derzeit rund 30 terrabyte elektronische tanzmusik an, und wird in den bereich hip hop expandieren, also weitere labels an bord bringen.

zusätzlich zum online store stellt beatport.com derzeit folgende services zur verfügung.

beatportal.com liefert den gossip talk zur szene. vorstellung neuer hardware, ein blog mit interviews, podcast, etc. den lokalen (wiener) szenetalk im plattenstore ersetzt das natürlich nicht, aber den krieg ich auf anderen plattformen.

beatport.com ein auf 100% adobe flash basierender online store, mit eben masse an tracks. schnell, leider eben in flash abgewickelt (ich mag das einfach nicht), aber wenig community features,…

beatportdownloader.com ist ein download tool in adobe flex, noch beta. aber es soll den mühsamen umstand von beatport.com beheben, nur track nach track herunterladen zu können. anstatt einfach beatport.com um eine „download all tracks in one zip“ zu ergänzen, hat man sich dazu entschlossen dafür ein eigenes tool zu schaffen :)

beatportcom in traktor scratch

außerdem ist beatport.com als shop schon in traktor scratch integriert. so müsste ich für das shopping nicht mal den dj client verlassen. (screenshot)

alles in allem hat beatport.com durch die verbandelung mit native instruments den größten startvorteil. ich nutze auch andere services wie bleep.com für shopping, aber die auswahl an labels lässt mich immer wieder an beatport.com zurückkehren.

interessant wäre vor allem wie es den vielen kleinen labels ergeht, die mp3s auf beatport.com kosten zwischen 1,50 – 2,99 €. für eine (offline-) platte mit 2 tracks zahle ich gleich mal 9,90€.  bei den preisen auf beatport.com muss natürlich einiges abgesetzt werden um gewinnbringend zu arbeiten, und davon zu leben.

beatport.com zu benutzen ist allerdings immer noch besser als die tauschbörsen, soulseek + co sind für mich das schlimmste. ich bin immer wieder überrascht wenn ich mit anderen djs über traktor scratch rede, meist erhalte ich „cool, das heißt du kaufst dir einmal traktor scratch und musst dann gar keine platten mehr kaufen“. diese personen sollen bitte weiterhin platten kaufen…!